Sommerprojekt: ‹glarea

Präsentation des Künstlerbuches

Christian Indermühle

5.7.-15.7.2017

Eröffnung: 4.7.2017, 17-20h

 

 

Der Berner Architekt und Fotograf Christian Indermühle war während vier Jahren an verschiedenen Standorten der KIBAG, dem Schweizer Familienunternehmen, welches führende Gruppe im Baustoff-, Bau- und Recyclingbereich ist, unterwegs. Er hat in den verschiedenen Betrieben nicht nur die Kies- und Betonwerke festgehalten, sondern auch die industriell genutzten Landschaften, bei denen die Kiesgruben am Ende des Kreislaufs wieder in die Natur zurückgeführt werden. So entstand aus den über zweitausend vielfältigen Aufnahmen das künstlerisch einmalige Buch glarea.
glarea [glarea] , ist die Definition für Kies und grober Sand. So beginnt im Buch die Reise durch die Landschaften aus Kies, Metall, Beton und Wasser mit einem leeren Ledischiff. Christian Indermühle berücksichtigt in seinen Bildern oft Details, die im Arbeitsalltag kaum Beachtung finden, wie z.B. die Reste der Fracht in den Ecken des Schiffes. Die Kamera hält eine Welt fest, die menschenleer erscheint, wie ausgestorben. Riesige Felswände, die durch den Menschen bearbeitet wurden, mithilfe von Maschinen, die nicht mehr als Maschine dienen sondern zum Fotomodel werden. Christian Indermühle hat es geschafft, einen wichtigen Bestandteil der Natur und der Industrie so zu inszenieren, dass Sand, Kies, Metal, Industrie einerseits dokumentarisch, sachlich und zugleich ästhetisch, poetisch erscheinen. Der Blick des Betrachters wird gekonnt geführt und auf Details und Wiederholungen aufmerksam gemacht. Christian Indermühle möchte mit seinen Bildern keine Geschichte erzählen, sondern jede einzelne Fotografie steht für sich selbst.

Mathias Frehner zählt das Künstlerbuch zu den wichtigen Beiträgen in der schweizerischen Fotoszene. „Es ist von einem klaren Stilwillen geprägt, der auf Distanz und Konzentration beruht und das fotografische Motiv, wo immer möglich, aus seiner örtlichen und zeitlichen Fixierung heraushebt.“
Das Buch enthält einen Beitrag von Mathias Frehner sowie ein Interview mit Bernhard Bischoff. Herausgegeben wurde es von Alex Wassmer.

Die Galerie Bischoff & Partner präsentiert nicht nur das Buch, sondern zeigt auch eine Ausstellung der grossformatigen Fotobilder aus dem Buch. Dazu gibt es eine Vorzugsedition in kleineren Formaten. 

Indermühle wurde 1945 in Bern geboren und studierte Architektur in Burgdorf. Nach der Übernahme des Architekturbüros Karl und Peter Indermühle beschäftigte er sich intensiv mit der Fotografie und studierte in einem freien Studium an der New York University Fotografie. Das Zusammenspiel zwischen Fotografie und Architektur wird auf faszinierende Art und Weise in seinen Bildern inszeniert. Wo mancher wohl sich im Anblick einer Kieslandschaft verlieren würde, hält Christian Indermühle den richtigen Ausschnitt mit geübtem Blick fest.