Laurent Schmid

‹BELAUSCHTE DIALOGE›

27.10.-26.11.2016

 

«Heliopause», 2015
Print auf Alucobond hinter Plexiglas mit Sound, 110 x 72 cm
«Heliopause», 2015
Print auf Alucobond hinter Plexiglas mit Sound, 87 x 60 cm
«Heliopause», 2015
Print auf Alucobond hinter Plexiglas mit Sound, 145 x 109 cm
«From the trickster’s toolbox 2», 2015/2016 Posterprint, 300 x 442 cm, Unikat
«Ether, God and the Devil», 2015
Print auf Alucobond hinter Plexiglas, 81 x 119 cm, Unikat
«The Blackening Rock», 2015
Print auf Alucobond hinter Plexiglas, 121 x 121 cm, Unikat
Aus der Serie «Contact with space - storm in November», 2016
Print auf Alucobond, 51 x 70 cm, Unikat
Aus der Serie «Cosmic superimposition», 2015, Print auf Plexiglas weiss, 103 x 73 cm, Unikat
Aus der Serie «Cosmic superimposition», 2015, Print auf Plexiglas weiss, 103 x 73 cm, Unikat
Aus der Serie «Cosmic superimposition», 2015, Print auf Plexiglas weiss, 103 x 73 cm, Unikat
Aus der Serie «Cosmic superimposition», 2015, Print auf Plexiglas weiss, 103 x 73 cm, Unikat
Aus der Serie «Cosmic superimposition», 2015, Print auf Plexiglas weiss, 103 x 73 cm, Unikat

Von Anfang an operierte Laurent Schmid an diversen Schnittstellen zwischen Kunst und Wissenschaft. Sein Werk irritiert durch ein ständiges, parawissenschaftliches Kokettieren und erlaubt mehrdeutige Aussagen. “Wahrheit“ mutiert zur Projektion von Wünschen oder Erwartungen und kann vielschichtig ausgelegt werden. In diesem Spannungsfeld durchleuchtet er den Fundus von Geschichte nach interessanten Geschichten und flicht etwa absurde Verschwörungstheorien zu neuen Erzählsträngen oder mischt hinterhältig Wahrheiten mit Lügen. Im Zentrum steht sein grundsätzliches Misstrauen dem Bild gegenüber.

Inhaltlich dreht sich die neue Ausstellung ‹BELAUSCHTE DIALOGE› um zwei spekulative Theorien aus der Physik, welche sich in der Zwischenzeit als falsch herausgestellt haben. Einerseits Johann Wilhelm Ritter’s Idee, Vibration bzw. Oszillation als grundlegendes Prinzip in der Natur zu betrachten, und andererseits Faraday’s Annahme, dass Atome eine Art Wirbelknoten aus Äther darstellen. Beide Theorien stellen Hypothesen dar, wie die Welt verstanden werden kann. Ganz falsch sind sie nicht, jedoch werden sie als eher ungenau betrachtet. Nichtsdestotrotz haben diese nicht ganz korrekten Theorien zu anderen wichtigen Erkenntnissen geführt. Der Physiker und Mathematiker Peter Guthrie Tait z.B: hat nach der Knoten-These von Faraday begonnen, eine Systematisierung der Knoten zu erstellen und hat damit der mathematischen Knotentheorie einen frühen, wichtigen Schub gegeben. Tait und Kevin, die auch sonst oft eng zusammen arbeiteten, haben ebenfalls bedeutende Studien zur Kinematik gemacht. Und da schliesst sich dann wieder der Kreis zu Ritter.

Inspiriert von diesen wissenschaftlichen Theorien sind verschiedene Werkgruppen während eines halbjährlichen Aufenthalts von Laurent Schmid in New York entstanden. So basiert eine Serie Werke auf der Idee, dass Oszillation ein Grundprinzip der Natur sei, und damit Licht/Bild und Ton ein und dasselbe Phänomen darstellt, allerdings mit unterschiedlicher Frequenz. Um diese These zu veranschaulichen hat der Künstler Platten mit Ton zum vibrieren gebracht und damit feinen, darauf angebrachten Sand zu geometrischen Mustern geformt. Oder er hat eine Aufnahme eines Radioteleskops aus New Mexico bearbeitet und damit Flüssigkeiten, wie z.B. Schnaps zum Vibrieren gebracht.
Eine zweite Werkserie sind die Neonarbeiten, welche sich auf die Knotentheorie bzw. Systematisierung von P. G. Tait beziehen. Diese wurden in der Annahme entworfen, dass sie als verknotete Aetherwirbel die Grundlage aller Elemente bilden. Im Prinzip hätte sich so jedes Element einem Knoten zuordnen lassen.

Alle diese Arbeiten sind Resultate von Versuchen und Spielereien die Laurent Schmid im Atelier(-labor) gemacht hat. Sehr viel ist auf assoziativer Basis entstanden und einige Prozesse hat er direkt semantisch verwendet. Beinahe alle Fotografien sind Fotos von Fotos, also abfotografierte Fotografie. Dadurch wird die Mehrschichtigkeit von Realitätsebenen ersichtlich – zwischen Objekt, Abbild und Reproduktion. Dies verdeutlicht der Künstler durch verschiedene Montagen- und Collagetechniken, transparenten Partien und Übermalungen. Manche Fotos sind auf klarem Plexiglas gedruckt, die Neon-Knoten sind schwarz lackiert, lassen jedoch durch Kratzer auf der Oberfläche violettes Licht etwas herausblitzen. Zudem veranschaulicht eine Klanginstallation in der Ausstellung einerseits die komplexen wissenschaftlichen Theorien und andererseits die dadurch entstandenen Werkgruppen.



Archiv Bern/PROGR:
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Alfred Hofkunst 2018
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Böniger / Indermühle 2017
Sereina Steinemann 2017
Xerxes Ach - inside outside 2017
Christian Indermühle - Glarea 2017
Peter Wüthrich 2017
Samuel Blaser - Skip the Pit Stop 2017
Filip Haag - Ins Auge 2017
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Freyschmidt/Merkisch/à Wengen 2016
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(Hi)stories 2014
Summerproject 2014
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Patterns 2013
Filip Haag - Oder nach Absprache 2013
Mit dem Körper sehen 2013
Samuel Blaser - Diptycha 2013
Originally Bern 2013
Zwischenspiel: PROGR In-House 2013
Kotscha Reist - Old Ideas 2013
Pascal Danz 2013
Dominik Stauch - Rhinestones 2012
Tiefen Wirkungen 2012
Summerproject 2012
On paper 2012
Com&Com - Clouds 2012
Arno Nollen 2012
Looking Glass 2012
Raffaela Chiara - Transformer Kit 2012
X Years 2011
Dominik Stauch - Breathless 2011
Marius Lüscher 2011
Reto Leibundgut - Flora 2011
Kotscha Reist - Painting Life 2011
Microcosmes 2011
Elsbeth Böniger 2011
Laurent Schmid - Rope Tricks 2010
Reto Camenisch 2010
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