Pascal Danz: ‹THAT'S SIMPLY NOT DONE›

 

21.2.-23.3.2013

 

«out of focus / rainy 2», 2011 Öl auf Leinwand, 40 x 30 cm
«out of focus / rainy 2», 2011 Öl auf Leinwand, 40 x 30 cm
«out of focus / melting 1», 2011, Öl auf Leinwand, 30 x 30 cm
«out of focus / melting 1», 2011, Öl auf Leinwand, 30 x 30 cm
«out of focus / melting 2», 2011, Öl auf Leinwand, 40 x 30 cm
«out of focus / melting 2», 2011, Öl auf Leinwand, 40 x 30 cm
«out of focus / melting 3», 2011, Öl auf Leinwand, 40 x 30 cm
«out of focus / melting 3», 2011, Öl auf Leinwand, 40 x 30 cm
«out of focus / rainy city», 2011, Öl auf Leinwand, 200 x 140 cm
«out of focus / rainy city», 2011, Öl auf Leinwand, 200 x 140 cm
«Frühling (Primetower Night)», 2011, Öl auf Leinwand, 140 x 400 cm
«Frühling (Primetower Night)», 2011, Öl auf Leinwand, 140 x 400 cm
«für david (2)», 2012, Öl auf Leinwand, 140 x 100 cm
«für david (2)», 2012, Öl auf Leinwand, 140 x 100 cm
«für david (3)», 2012, Öl auf Leinwand, 140 x 100 cm
«für david (3)», 2012, Öl auf Leinwand, 140 x 100 cm
«für david (4)», 2012, Öl auf Leinwand, 140 x 100 cm
«für david (4)», 2012, Öl auf Leinwand, 140 x 100 cm
«für david (5)», 2012, Öl auf Leinwand, 140 x 100 cm
«für david (5)», 2012, Öl auf Leinwand, 140 x 100 cm
«für david (6)», 2012, Öl auf Leinwand, 140 x 100 cm
«für david (6)», 2012, Öl auf Leinwand, 140 x 100 cm
«für david (7)», 2012, Öl auf Leinwand, 140 x 100 cm
«für david (7)», 2012, Öl auf Leinwand, 140 x 100 cm
«flowers (roses) 1», 2012, Öl auf Leinwand, 40 x 30 cm
«flowers (roses) 1», 2012, Öl auf Leinwand, 40 x 30 cm
«flowers (roses) 2», 2012, Öl auf Leinwand, 20 x 30 cm
«flowers (roses) 2», 2012, Öl auf Leinwand, 20 x 30 cm
«leaves 1», 2012, Öl auf Leinwand, 40 x 30 cm
«leaves 1», 2012, Öl auf Leinwand, 40 x 30 cm
«leaves 2», 2012, Öl auf Leinwand, 40 x 30 cm
«leaves 2», 2012, Öl auf Leinwand, 40 x 30 cm
«roses (1)», 2012, Öl auf Leinwand, 40 x 30 cm
«roses (1)», 2012, Öl auf Leinwand, 40 x 30 cm
«roses (2)», 2012, Öl auf Leinwand, 40 x 30 cm
«roses (2)», 2012, Öl auf Leinwand, 40 x 30 cm
«night scene 4», 2012, Öl auf Leinwand, 140 x 200 cm
«night scene 4», 2012, Öl auf Leinwand, 140 x 200 cm
 

Wie selten ein anderer Künstler/Maler beherrscht Pascal Danz den Umgang mit Licht und Schatten. Seine meist nach Fotografien entstandene Malerei greift formal immer wieder auf die Momente Licht und Schatten zurück. Einmal sind es Überbelichtungen, also ein Zuviel an Licht, die Bildmotive aufzulösen scheinen, dann wiederum ist es ein Mangel an Licht, der den Arbeiten eine geheimnisvolle Tiefe gibt. Meisterhaft versteht er es, so Nebensächlichkeiten ins Zentrum zu stellen – oder vermeintliche Hauptmotive auszublenden. Das “Geblendet-Sein“ und das “Ausblenden“ ziehen sich als Hauptgestaltungselemente durch sein ganzes Schaffen und bewirken eine Reduktion auf die den Künstler interessierenden “Leerstellen“, auf das schliesslich “Ungemalte“. Diese weissen Flecken oder schwarzen Löcher sollen die BetrachterInnen aktivieren, die Fehlstellen selbst zu füllen. Die Arbeiten oszillieren ständig zwischen Makro- und Mikrobereich, es ist ihnen eine latente Spannung zwischen Nähe und Ferne, zwischen Gegenstand und Abstraktion inhärent. Man könnte gar so weit gehen zu sagen, die Bilder seien dynamische, aber entschleunigte Filmbilder, die immer aufs Neue erforscht und entdeckt werden können. Pascal Danz bewirkt ein ständiges Hinterfragen der Wahrnehmung, indem er Fragen nach Raum und Zeit, Gegenstand und Abstraktion für die BetrachterInnen auf die Leinwand bringt.
Inhaltlich behandelt die Malerei von Pascal Danz die oft schwierige Abgrenzung von allgemein gültigen und persönlichen Themen: Mal geht es um eigene, biografische Themenbereiche, dann wieder um Fragestellungen zur Wahrnehmung und Geschichtsproduktion im Allgemeinen. Immer wieder schafft er es, uns mit seinen Arbeiten zu ködern, uns in die Werke hinein zu ziehen und zu faszinieren. Man könnte sagen, der Künstler breitet seine Themen solchermassen aus, dass wir unseren eigenen Erfahrungsschatz einbringen können. Seine Malerei ist verführerisch und verstörend – leicht, aber nicht leicht zu fassen.

Oftmals arbeitet Pascal Danz in Serien, die jeweils auch mal über mehrere Jahre hinweg entstehen können. In der aktuellen Ausstellung sind Arbeiten aus zwei Serien zu sehen. Im ersten Raum hängen “night scenes“, Nachtbilder, die entstehen, wenn Lichter nachts falsch fokussiert fotografiert werden – ein Effekt, der im Film oft als Nebenerscheinung auftaucht. Interessant sind dabei die verschiedenen Umsetzungsformate: Während sich bei den Grossformaten ein Eintauchen in die Fläche von selbst ergibt, und man sich förmlich in den Weiten der Bilder verlieren kann, sind die Kleinformate eher momentane Eindrücke, “Clin d’Oeils“, durch die reduzierte Komposition nahe bei abstrakter, geometrischer Malerei angesiedelt. Im zweiten Raum sind Bilder des immergleichen Blumenstrausses zu sehen, der räumlich in jeweils 45°-Schritten abgewickelt wird. Von den fotografischen Aufnahmen entstanden acht mittelformatige Malereien, gehängt wie gegen aussen gekehrte Projektionen. Das Auge umkreist den abwesenden Körper, der ursprüngliche fotografierte Blumenstrauss in der Raummitte ist bloss zu denken,; er fehlt ebenso, wie der kürzlich verstorbene Künstler David Weiss, dem diese Bilder als Hommage gewidmet sind.

Beide Serien wirken auf den ersten Blick eher dunkel, verhalten; strahlen bei zweitem Blick aber umso mehr. “That’s simply not done“, der Titel der Ausstellung, bedeutet auf deutsch übersetzt, dass man so etwas eigentlich nicht mache: dieses gefährliche Spiel mit dem Stilleben, das Trivialmotiv der Blume, das Ausloten von Barock und Kitsch, das rembrandeske Aufscheinen von Licht... Zu sehen ist eine Accrochage konzeptueller Malerei, die sich nicht selber wichtig nimmt, sondern die einfach wichtig ist.

 

Bernhard Bischoff, Dezember 2012



Archiv Bern/PROGR:
Peter Soriano Snowmelt 2019
Elsbeth Böniger - Prozesse 2004-2019
Filip Haag - Malerei und Zeichnung 2019
Pascal Danz - Works on Paper 2019
Bodo Korsig - Escape from Memory 2019
Kotscha Reist - Comptoire de Mystic 2019
COM&COM - Stone 2018
Reto Camenisch 2018
Christian Denzler 2018
Martin Kasper - Im Wechsel 2018
Matchpoint 2018
Andrea Heller / Dominik Stauch 2018
Porter à l'envers 2018
Alfred Hofkunst 2018
Silvia Gertsch - Captured 2018
Winter Story 2017
Böniger / Indermühle 2017
Sereina Steinemann 2017
Xerxes Ach - inside outside 2017
Christian Indermühle - Glarea 2017
Peter Wüthrich 2017
Samuel Blaser - Skip the Pit Stop 2017
Filip Haag - Ins Auge 2017
Kotscha Reist - Painting As Usual 2017
Pascal Danz - Vor der Reise 2016
Laurent Schmid 2016
Freyschmidt/Merkisch/à Wengen 2016
Aquaréelles 2016
Com&Com - New works 2016
Reto Leibundgut - Clementine 2016
Erich Weiss feat. Otto Tschumi 2016
ABOUT PAINTING - PART II 2016
Dominik Stauch 2015
Christian Denzler - Neue Arbeiten 2015
Bodo Korsig - No regrets 2015
Filip Haag - Abrakadie & mehr 2015
Kotscha Reist 2015
Samuel Blaser 2015
Pascal Danz 2015
Elsbeth Böniger - Structures 2015
Catching Moments 2014
Now and Here 2014
(Hi)stories 2014
Summerproject 2014
Com&Com - Sky 2014
Katia Bourdarel 2014
Otto Tschumi - Variationen 2014
Lorenz Spring - Spring im Winter 2014
En-lighted 2013
Reto Leibundgut 2013
Patterns 2013
Filip Haag - Oder nach Absprache 2013
Mit dem Körper sehen 2013
Samuel Blaser - Diptycha 2013
Originally Bern 2013
Zwischenspiel: PROGR In-House 2013
Kotscha Reist - Old Ideas 2013
Pascal Danz 2013
Dominik Stauch - Rhinestones 2012
Tiefen Wirkungen 2012
Summerproject 2012
On paper 2012
Com&Com - Clouds 2012
Arno Nollen 2012
Looking Glass 2012
Raffaela Chiara - Transformer Kit 2012
X Years 2011
Dominik Stauch - Breathless 2011
Marius Lüscher 2011
Reto Leibundgut - Flora 2011
Kotscha Reist - Painting Life 2011
Microcosmes 2011
Elsbeth Böniger 2011
Laurent Schmid - Rope Tricks 2010
Reto Camenisch 2010
----------
Archiv Bern
Archiv Thun