01.2021

‹WONDER›: EVA&ADELE, Craig Fisher, Reto Leibundgut, Silvano Repetto, Leopold Schropp, Verena Schwab, John Strutton, Brigitte Zieger

6.12.03-10.1.04

«Weihnachtszeit – Zeit der Wunder». Vielschichtig und mit unterschiedlichsten Medien umkreisen acht Kunstschaffende den Begriff «WONDER».

Leopold Schropps Bilder auf Goldgrund lehnen sich materialtechnisch an die Ikonenmalerei vergangener Jahrhunderte an, auch wenn die formale Ausprägung und der freie Malstil eine ganz andere Lesart vorgeben. «Blue», die neue, mehrteilige Installation Silvano Repettos, besteht aus einer Videoarbeit sowie Serigraphien. Beinahe mystisch verändern sich Bilder und lassen einen teilhaben an verschwommenen Sehpfaden.

Der Engländer John Strutton erinnert mit seiner Installation aus Schallplattenzeichnungen und Gitarren an die Auslage eines Musikgeschäfts sowie an die Sehnsucht nach «Stardasein». Alle Blätter erzählen individuelle Geschichten, die in ihrer Gesamtheit zu einer unterhaltsamen Universalstory der Popmusik werden. Daneben die Arbeiten von Reto Leibundgut. Ein aus einem alten Ledersofa gefertigtes Sitzmöbel, das entfernt an zwei hagere «Rehlein» erinnert, steht dominant auf einer Teppichwiese. Dazu die aufwändig hergestellten Intarsien. Die in alter Technik gefertigten, verfremdeten Bilder vermögen zu erstaunen und erschliessen eine neue Welt der Sehgewohnheiten. Das Künstlerpaar EVA&ADELE, selbst ernannte Wesen aus der Zukunft, bringen erstmals ihre Aquarelle in die Schweiz. Die Arbeiten, die jüngst im Nordischen Aquarellmuseum im schwedischen Skärhamn für Furore sorgten, reihen sich «wunderbar» ein ins Thema – wer hat schon mal die Zukunft zu Besuch?

Im dunkel gehaltenen Strassenraum, treffen zwei Videoarbeiten aufeinander. Brigitte Ziegers Arbeit «Mondwest» erzählt in rätselhaften Bildern die Geschichte eine Frau, die sich langsam selbst in Nebel/Rauch auflöst. Die sphärische Musik unterstreicht die Szenerie perfekt. Verena Schwabs Zweikanalarbeit «I wonder . . .» lässt die BetrachterInnen im wahrsten Sinne des Wortes «eintauchen» ins Leben von Blumentieren (Korallen). Polyrhythmisch verändert sich die bizarre Szenerie.

Zu den beiden Videos ist im Raum der erste Teil der Objekte von Craig Fisher zu sehen. Messer, die in der Wand stecken – und sich dann im Badezimmer als ästhetischer Blutfleck weiterentwickeln, oder eine vermeintliche Bombe aus Textilien zeugen vom Witz des Briten. Er weiss zu verblüffen und mit der materiellen Verschiebung die Comicwelt in die Realität zu bringen.

«WONDER» ist eine Schau unterschiedlichster KünstlerInnenpersönlichkeiten, die allesamt viel zum Thema beizutragen haben, wenn auch auf ihre ganz spezielle Art. Die Ausstellung wird nie langweilig, spielt mit Witz, liefert aber auch eine tiefergehende Auseinandersetzung mit dem unerschöpflichen Thema.

Bernhard Bischoff, November 2003