Martin Kasper

‹Im Wechsel›

17.8. – 15.9.2018

Eröffnung Donnerstag 16.8.2018, 18-20h

Kurator Maxe Sommer

 

 

Martin Kasper, «Passage 5», 2018, Öl auf Leinwand, 80 x 120 cm
Martin Kasper, «Metro 4», 2017, Öl auf Leinwand, 140 x 120 cm
Martin Kasper, «Schusev 3», 2018, Öl auf Leinwand, 120 x 200 cm
Martin Kasper, «Schusev 2», 2018, Öl auf Leinwand, 150 x 200 cm
Martin Kasper, «Schusev 1», 2017, Öl auf Leinwand, 150 x 200 cm
Martin Kasper, «Sofia 2», 2017, Öl auf Leinwand, 60 x 90 cm
Martin Kasper, «Metro 1», 2017, Öl auf Leinwand, 60 x 90 cm
Martin Kasper, «Metro 2», 2017, Öl auf Leinwand, 60 x 90 cm
Martin Kasper, «Korridor», 2018, Öl auf Leinwand, 200 x 150 cm
Martin Kasper, «Halle», 2018, Öl auf Leinwand, 200 x 300 cm
Martin Kasper, «Lieu caché», 2017, Öl auf Leinwand, 80 x 120 cm
Martin Kasper, «Garage 1», 2016, Öl auf Leinwand, 45 x 60 cm

Martin Kasper 1962 in Schramberg (D) geboren lebt und arbeitet in Freiburg im Breisgau. Der Künstler blickt auf eine lange Ausstellungstätigkeit in Deutschland und im Ausland zurück und seine Werke sind in vielen namhaften internationalen Sammlungen vertreten.

Martin Kasper befasst sich als Maler seit über zwei Jahrzehnten mit Architektur und Interieurs. Auf konstruktive Weise nutzt er die Darstellung von Innenräumen als Experimentierfeld für künstlerische Standortbestimmungen und malt quasi Portraits von Räumen. In Kaspers Raumbildern eröffnen sich dem Betrachter Bildräume, die auf befremdliche Weise vertraut anmuten und so im Betrachter individuelle Assoziationen wecken. Die gemalten Räume sind in der Regel menschenleer mit einem starken Sog. Er verwandelt architektonische Räume durch seine Malerei in Schauplätze seelischer Befindlichkeit: Es entstehen Orte der Leere, gedankliche Freiräume, Momente gespannter Ruhe und Atmosphären von eigenwilliger Aura.
Durch Kunstgriffe wie Spiegelungen oder Brechungen unterstreicht der Maler die Fiktivität der Raumbilder, welche er so in Suchbilder verwandelt und damit ihre Mehrdeutigkeit unterstreicht. Hier etwas hinzugefügt, dort etwas weggelassen oder an den Proportionen manipuliert, wirken diese Räume auf den ersten Blick realistisch, bei genauerem Hinsehen erkennt man jedoch, dass die ursprüngliche Architektur nach den Anforderungen der Malerei verfremdet wurde und die vielen unscheinbaren Verschiebungen zu einem artifiziellen Gefüge verschmelzen, durch das sich ein subjektives Raumkonzept zu erkennen gibt.
Eben so gekonnt verdeutlicht Martin Kasper die Hintergründigkeit seiner Bildwelten indem er Bilder von seinen eigenen Werken in neue Bilder wieder aufnimmt. Irritierend ist die Wirkung, wie die gemalten Bilder mit den Räumen, in denen sie auftreten, interagieren.

In den letzten Jahren hat der Künstler seine Bildsprache um weitere Ausdrucksmittel bereichert. Neu verwendet er Ölfarben anstelle von Temperafarben, was ihm eine Intensivierung der Farbwirkung ermöglicht. In das gedämpfte Kolorit der Bildräume mischen sich kräftige, bunte Töne. Die Farboffensive geht einher mit einer Formoffensive. In das stille Theater drängen sich belebende Störfaktoren. Die Bildkomposition unterliegt einem Prozess der malerischen Dynamisierung. Dem Künstler geht es darum, den Rahmen quasi zu sprengen. Auf diese Phase der Neuorientierung bezieht sich der Titel der Ausstellung ‹Im Wechsel›. Die Malerei ist freier geworden, sie will sich ihre Sensation nicht mehr in erster Linie von der Raum-Atmosphäre diktieren lassen. Nachdem Kasper sich vor allem auf den früheren Bildern von Architekturstilen der 1950er und 1960er angezogen fühlte, entwickelt sich seine Malerei inzwischen nach derselben Dynamik wie das unablässig sich wandelnde Erscheinungsbild der urbanen Lebensräume.

Die Galerie Bernhard Bischoff & Partner freut sich diese Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem Kurator Maxe Sommer realisieren zu dürfen.



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