Sereina Steinemann

‹NEUE VERBRECHEN IRRE GELÖST›

29.9.-28.10.2017

Eröffnung: 28.9.2017, 18-20h

 

 

Sereina Steinemann,«Schuh», 2017, Acryl auf Baumwolle, 37 x 48 cm
Sereina Steinemann,«Brille», 2017, Acryl auf Baumwolle, 42 x 42 cm
Sereina Steinemann,«Fliegen», 2017, Acryl auf Baumwolle, 49 x 47 cm
Sereina Steinemann,«Zylinder», 2017, Acryl auf Baumwolle, 45 x 45 cm
Sereina Steinemann,«Kein Titel», 2017, Acryl auf Baumwolle, 32 x 30 cm
 

 

Sereina Steinemann (*1984, Richterswil) arbeitet in unterschiedlichen Medien und malt sowohl ungegenständlich als auch zeichenhaft. Gemeinsam ist ihren Arbeiten hierbei eine grosse formale Klarheit und das (oft auch humorvolle) Spiel mit Formen zwischen professioneller Produktion und sichtbarer Handschrift. Dabei ist ihre konzeptionelle Haltung – ganz egal ob in der Malerei, in der Fotografie, im Video oder in Heften und Büchern, auf Postkarten und Plakaten – stets auch an den spezifischen Möglichkeiten dieser einzelnen Medien interessiert. Auf diese Weise setzt sie Farben und Formen, gefundene und eigene Bilder und Titel, Sachfotografien und Dichtung neben- und zueinander und gewinnt so ungewöhnliche Einsichten in das Zusammenwirken der einzelnen Elemente in einem Buch, in einem Acrylbild, in einem Lexikon oder in einer Installation.

Seit über einem Jahr beschäftigt sie sich mit figürlicher, zeichenhafter Malerei. Die Motive sind in reduzierten, teilweise comicartigen Zeichenstil flach gemalt mit sattem Farbauftrag mit Acryl auf Baumwolle. Die reduziert-gegenständlichen, symbolhaften, zeichenhaften oder figürlichen Motive sind oft Anleihen aus dem Medium des Comics. Die Künstlerin interessiert dabei vor allem die Verbindung von Ungegenständlichkeit und Zeichenhaftigkeit.

In der Galerie Bischoff & Partner stellt Sereina Steinemann nun eine neue Werkserie aus, die diesen Erkundungen verbunden ist. Im Mittelpunkt steht die fiktive Comicfigur Ruby Rabbit, ein Detektiv. Für diese Figur erarbeitet sie mittels Malerei ein Vokabular ihrer Tätigkeiten, wobei die Figur selbst nicht dargestellt wird, sondern sich lediglich in ihren Attributen wie Hut, Brille, Schuh, ihren Arbeitsmaterialien wie Lupe, Notizblock, Zeitung sowie in Spuren ihrer Arbeit, etwa Tatorten, Beweismaterial oder technischen Geräten zeigt. Dabei geht es immer auch um eine Reflexion des Mediums Malerei und um eine Verbindung zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit. Die Figur wird nach und nach in der Ausstellung vorgestellt und wird durch die Betrachtung der Arbeiten wie den Bildern, Flyern und Plakaten rekonstruierbar. Der Titel der Ausstellung ‹NEUE VERBRECHEN IRRE GELÖST› könnte dabei ein Abenteuer der Figur einleiten.

Nicht nur das Medium Comic dient Steinemann als Referenzsystem für diese Werkgruppe, auch die Auseinandersetzung mit zeitgenössischen und historischen Positionen in der Malerei und die Ästhetik von TV, Film, Literatur, Reklame (im Aussenraum, in Printmedien und im Internet) Graffiti und Situationen im Stadtbild und Alltag (Schaufenster, Flyer) fliessen in ihre Arbeit ein. Die Erarbeitung dieser neuen Werkserie ermöglicht ihr auf diese Weise das Zusammenführen unterschiedlicher Medien und die Auseinandersetzung mit verschiedenen Fragestellungen, wie etwa die nach der populärkulturellen Figur des Detektivs oder zur Problematik des Erzählens ohne Protagonisten: Da Ruby Rabbit selbst nie sichtbar wird, sondern nur die Accessoires und Spuren, sozusagen das Vokabular der Figur, entstehen bei der Betrachtung auch unterschiedliche Versionen der Hauptfigur.

 

Sereina Steinemann hat 2015 den Manor Kunstpreis Schaffhausen erhalten.

Weitere Auszeichnungen und Ausstellungen:

2014 Atelieraufenthalt in Berlin (6 Monate)

2016 Atelieraufenthalt in Linz (2 Monate)

2015, 2016, 2017 Nomination Aeschlimann Corti Stipendium

Einzelausstellungen:

2017 Das Rätsel der Pyramiden, Alpineum Produzentengalerie Luzern,

2017 Ordnen, pflegen, messen, prüfen, etagen, Loeb-Treppenhaus, Bern

2016 Les oranges bleues, maxxx project space, Sierre

2015 SACRAMENTO, Museum zu Allerheiligen, Schaffhausen, 2015

Gruppenausstellungen (Auswahl): 2017/18 Jahresausstellung Zentralschweizer Kunstschaffen, Kunstmuseum Luzern, 2016/17; Cantonale Berne Jura, 2016 Kunsthaus Langenthal, Solide Pläne, Lokal-int; 2014 ALLES WIE NIE ZUVOR, zwanzigquadratmeter, Berlin; 2014/15 Jahresausstellung Zentralschweizer Kunstschaffen, Kunstmuseum Luzern; 2011/12 Cantonale Berne Jura, Kunsthaus Langenthal; 2009 Weihnachtsausstellung Kunsthalle Bern