DOMINIK STAUCH: ‹ESTRAGON UND WLADIMIR›

26.11.-19.12.2015

Aus der Serie «Startup (Form Follows Function)», 2015, Collage, Acryl, 62 x 80 cm
Aus der Serie «Startup (Form Follows Function)», 2015, Collage, Acryl, 62 x 80 cm
Aus der Serie «Startup (Form Follows Function)», 2015, Collage, Inkjet Print, 62 x 80 cm
Aus der Serie «Startup (Form Follows Function)», 2015, Collage, Inkjet Print, 62 x 80 cm
Aus der Serie «Lost in Space», 2014, Collage, Acryllack, Inkjet Print, 29 x 21 cm
Aus der Serie «Lost in Space», 2014, Collage, Acryllack, Inkjet Print, 29 x 21 cm
Aus der Serie «Study (Following Functions)», 2015, Collage, Acryl, 42,5 x 28 cm
Aus der Serie «Study (Following Functions)», 2015, Collage, Acryl, 42,5 x 28 cm
The Collector, 2015, Holz, 162 x 166 x 144 cm
The Collector, 2015, Holz, 162 x 166 x 144 cm

Auch in den neusten Arbeiten von Dominik Stauch bilden Kunstgeschichte, Literatur und Musiktheorie des 20. Jahrhunderts das nötige Fundament, um ihnen die mehrdeutige Tiefe zu geben. Er hat sich in letzter Zeit intensiv mit Samuel Beckett beschäftigt, weshalb die Ausstellung den Titel “Estragon und Wladimir“ trägt. Auf tragikomische Weise veranschaulichen die beiden Charaktere in Becketts “Warten auf Godot“ die Sinnlosigkeit des menschlichen Daseins. Genauso wenig wie die beiden Protagonisten wissen auch wir nicht, auf was wir warten und ob sich unser Warten lohnen wird. Für Dominik Stauch stehen die bei Beckett aufgeworfenen Fragen auch für die Sehnsucht eines Kunstschaffenden zu reüssieren und Erfolg zu haben; sich aber gleichzeitig bewusst zu sein, dass das eigene Scheitern nicht weit entfernt ist.

In einer Serie kleinformatiger Collagen lässt er den Betrachtenden visuell in die Ateliers grosser Künstlerpersönlichkeiten eintreten, welche für sein Schaffen wichtig waren. Es sind quasi appropriierte Hommagen, in welche er mit geometrischen Mustern eingreift und sie so dem eigenen Werkkorpus einverleibt. Und trotz seines ernsthaften, beinahe liebevoll-respektvollen Umgangs mit Vorbildern, versteht er es aber stets, genügend Distanz zu wahren, ja, ihnen sogar oft mit einer nötigen Prise Humor zu begegnen. Eine weitere Serie mit grösseren Formaten zeigt wilde Cowboys auf Pferden. Damit verweist Dominik Stauch auf die Ausstellungs- und Publikationsreihen des Blauen Reiters.

Die von ihm oft angewendete, konsequente Reduktion auf einfache, geometrische Grundformen kommt in den ausgestellten, mittelformatigen Hinterglasmalereien zum Ausdruck. Grundfragen, etwa wie die Malerei mit der Architektur verbunden werden kann, werden immer wieder thematisiert. Für die Ausstellung in der Galerie ist auch eine neue Skulptur entstanden. Wiederum hat er mit einem antiken Möbelstück gearbeitet und dabei eine Holzkommode in Dreiecke zersägt, die er neu angeordnet zeigt. Für ihn Ausdruck des komplexen Beziehungsdreiecks von Kunstschaffendem, Galerist/Ausstellungsinstitution und Sammelnden.

Neben den Gemälden und Collagen werden auch seine zwei neusten Videoarbeiten gezeigt: “Stauchs bewegliche Malerei lässt Räume entstehen und vergehen; die Überlagerungen und Bewegungen lassen den Betrachter eintauchen in ein Meer der Möglichkeiten und divergierender Erfahrungen. So bauen sich perspektivische Raumansichten auf, die im nächsten Moment wieder zur Zweidimensionalität zurückkehren, die im Moment des Erfahrens bereits wieder Vergangenheit sind. Auf diese Art und Weise verhält sich Stauchs Arbeit ähnlich wie unsere tagtägliche Erfahrung, in der die Zeit, anders als in der Malerei, nicht stehen bleibt. Seine Verlebendigung klassischer konkreter Malerei lässt ein ungeheures Potential neuer Erfahrungen in greifbare Nähe rücken – der Betrachter muss nur mit den Augen zugreifen.“[1]

[1] Aus der Eröffnungsrede von Dr. Martin Stather anlässlich der Ausstellung „Fläche und Raum, Gisela Hoffmann, Kumiko Kurachi, Dominik Stauch“, 20.09. — 24.10.201, märz galerie mannheim.



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