RETO CAMENISCH, CHRISTIAN INDERMÜHLE: ‹CATCHING MOMENTS›

27.11.-20.12.2014

Christian Indermühle, «Mumbai/Indien», 2014 (Print 2014), Analoger C-Print auf Fotopapier, 152 x 182 cm, Unikat
Christian Indermühle, «Mumbai/Indien», 2014 (Print 2014), Analoger C-Print auf Fotopapier, 152 x 182 cm, Unikat
Reto Camenisch, «Rover Nr. 1 / Tag mit Stephan», 2014, Fotografie auf Barytpapier (Handabzüge), Triptychon, 23,3 x 23,3 cm, Auflage 5
Reto Camenisch, «Rover Nr. 1 / Tag mit Stephan», 2014, Fotografie auf Barytpapier (Handabzüge), Triptychon, 23,3 x 23,3 cm, Auflage 5
Christian Indermühle, «Col du Sanetsch», 2005 (Print 2014), Analoger C-Print auf Fotopapier, 152 x 182 cm, Unikat
Christian Indermühle, «Col du Sanetsch», 2005 (Print 2014), Analoger C-Print auf Fotopapier, 152 x 182 cm, Unikat
 
 



Der zweideutige Titel – “Moment einfangen“ und “bewegende Mo-mente“ bringt die Arbeiten von Reto Camenisch und Christian Inder-mühle auf den Punkt: Es geht darum, Momentaufnahmen festzuhalten und eine subjektive Sicht des Erlebten für die BetrachterInnen ins Zentrum zu stellen. Beide Künstler sind der klassischen Fotografie verhaftet und arbeiten mit analogen Kameras. Entstehen bei Came-nisch am Schluss eigenhändig vergrösserte, kleinformatige “Schwarz-weiss-Aufnahmen“, so sind es bei Indermühle brillante, grossformati-ge Farbbilder.

Zum ersten Mal zeigt Reto Camenisch Fotografien, die in den letzten 18 Monaten auf Reisen entstanden sind. Sämtliche Arbeiten sind Re-sultate einer nur leicht gelenkten Suche auf den verschlungenen Pfa-den des Lebens. Reto Camenisch versteht es eindrücklich, das Wesen eines Ortes aufzuspüren und in unverkennbaren Bildern festzuhalten. In ihrer Monumentalität wirken kleinste Details umso stärker, etwa einzelne Steine, Böden oder Bäume, und erzählen vom steten Lauf der Zeit. Zum ersten Mal setzt er mehrere Bilder in einen unmittelbaren Dialog: er kreiert Diptychen und Triptychen, wodurch die Einzelbilder in einen stimmigen, neuen Kontext gestellt werden. Die Zeitdimensi-on des Erfahrens einzelner Bilder wird damit unmittelbar ablesbar – und es entstehen daraus wunderbare Bildergeschichten!

Christian Indermühle verewigt Natur und Kultur gleichberechtigt in eindrücklichen Bildern mit seiner Kamera. Wie entrückt, offenbaren sich Landschaften oder Architekturaufnahmen von berauschender Schönheit. Immer wieder sucht er geheimnisvolle Orte auf und fängt dort spezielle Lichtmomente ein. Die Bilder werden zu einer Art Ar-chetypen, zu kolossalen, zeitlosen Dokumenten der Welt. Ihn interes-sieren verschiedenste Formen von “Werden“ und “Vergehen“ – was sich eindrücklich an den gezeigten Arbeiten ablesen lässt. Zum ersten Mal arbeitete er auch mit Stilleben – daraus wurden Aufnahmen, die eine neue Ästhetik in seine Arbeit bringen.


Bernhard Bischoff, November 2014