Elsbeth Böniger, Christian Indermühle: ‹Tiefen Wirkungen›

13.9.-27.10.2012

Christian Indermühle, Packard / Chevrolet Factory Detroit, 2008, Print 2011, C-Print auf Fotopapier hinter Plexiglas, gerahmt, 114 x 142,5 cm, Unikat
Christian Indermühle, Packard / Chevrolet Factory Detroit, 2008, Print 2011, C-Print auf Fotopapier hinter Plexiglas, gerahmt, 114 x 142,5 cm, Unikat

Die Beschäftigung mit der Schönheit und dem sinnlich Reizvollen bildet immer wieder Ausgangspunkt zu Elsbeth Bönigers Arbeiten. Malerei, Plastik in Verbindung mit Malerei, Rauminstallationen – alles kommt gleichberechtigt nebeneinander vor. Sie ist eine leidenschaftliche Sammlerin und trägt unterschiedlichste Materialien zusammen, aus denen sie ihre Inspiration, ihre Ideen schöpft. Besonders die Oberflächen nehmen in Bönigers Werk eine zentrale Stellung ein. Stets bewirken sie ein Staunen. So faszinieren die die Umgebung reflektierenden Spiegeloberflächen oder die undefinierbare Konsistenz vielfach aufgetragener Schichten. Die Werke pendeln zwischen absoluter, geplanter Perfektion und zufälligen Resultaten ausgedehnter Forschungen. Allen Arbeiten ist eine stark haptische Komponente gemein. Man möchte berühren, betasten. Die Strukturen drängen sich durch die gewählten Materialien auf, wie Netze, Unebenheiten, Lacke, Gummi oder Beton, und werden verwoben zu einer Gesamtheit aus Format und Technik.


Christian Indermühle zeigt neue, grossformatige Fotografien, die auf seinen ausgedehnten Reisen entstanden sind. Wie entrückt, offenbaren sich Landschaften oder Architekturaufnahmen von berauschender Schönheit. Verblüffte er vor kurzem mit Nachtaufnahmen aus den Alpen, bei denen einzig das diffuse Mondlicht die verschneiten Berghänge beleuchtete, so sind es in diesem Jahr drei bislang ungezeigte Werkblöcke: Urwaldaufnahmen, Industrieaufnahmen und entrückte Berg-/Meerlandschaften. Es sind allesamt Aufnahmen, die eine neue Ästhetik in seine Arbeit bringen. Immer wieder sucht er geheimnisvolle Orte auf und fängt dort mit seiner Grossbildkamera spezielle Lichtmomente ein. Die Bilder werden zu einer Art Archetypen, zu kolossalen, zeitlosen Dokumenten von Natur oder Kultur. Ihn interessieren verschiedenste Formen von “Werden“ und “Vergehen“ – was sich eindrücklich an den gezeigten Arbeiten ablesen lässt.